Dieses Score-Konzept mit dem Titel FALTE DEN RAUM besitzt die Form eines doppelseitig gestalteten Leporellos. Das Faltbuch richtet sich an junge Erwachsene am Berufskolleg, kann aber auch in weiteren schulischen oder universitären Kontexten eingesetzt werden. Das Projekt übersetzt raum- und körperbezogene Handlungsimpulse in eine faltbare, räumlich veränderbare Form. Es werden Themen wie Zwischenraum, Schwelle, Position, Begegnung, Verschiebung und Spur behandelt. Das Leporello kann in diesem Sinne als Scoresammlung – als Träger der Scores –, als räumlicher Parcours oder als freistehendes Raummodell genutzt werden.

Leporello stehend im Raum

FALTE DEN RAUM ist ein doppelseitig gestaltetes Leporello, das im Rahmen des Seminars „Kunstvermittlung und Kunstunterricht von Scores aus denken“ unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Katja Böhme im Sommersemester 2026 entwickelt wurde. Das Faltbuch richtet sich vor allem an junge Erwachseneder Klassen

11 bis 13 am Berufskolleg, kann jedoch ebenso mit Kolleg:innen im schulischen oder mit Kommiliton:innen imuniversitären Kontext eingesetzt werden. Eine erste Erprobung findet mit Kunststudierenden an der Universität statt.

Das Projekt übersetzt raum- und körperbezogene Handlungsimpulse in eine faltbare, räumlich veränderbare Form. Auf acht miteinander verbundenen Flächen werden die Themen Zwischenraum, Schwelle, Position, Begegnung, Verschiebung und Spur aufgegriffen. Die beiden Seiten des Leporellos bilden die gleichwertigen Modi WAHRNEHMEN und AKTIVIEREN: Während eine Seite zu leisen Beobachtungen und körperlichen Erkundungen anregt, eröffnet die andere Seite Möglichkeiten für kleine, temporäre Eingriffe in den Raum.

Die Faltung dient dabei nicht nur als Träger der Scores. Durch das Öffnen, Wenden und Aufstellen entstehen Wände, Nischen, Schwellen sowie wechselnde Innen-, Außen- und Zwischenräume. Das Leporello kann als Scoresammlung, räumlicher Parcours oder freistehendes Raummodell genutzt werden.

Die Erprobung – Was wurde beobachtet?

Die erste Erprobung fand mit zwei Kunststudierenden in einem frei zugänglichen Raum der Universität statt. Die Teilnehmenden nutzten die Scores, um den Raum körperlich und materiell neu zu erkunden: Möbel wurden verschoben, umgedreht und gestapelt, Nischen und ungewohnte Positionen eingenommen sowie Schnur, Pastellkreide und die Ausschnitte des Leporellos einbezogen. Dabei zeigte sich das Leporello vorallem als Impulsgeber für räumliche Veränderungen. Für eine Weiterentwicklung erscheint eine größere,nahezu paraventartige Umsetzung spannend, bei der das Faltobjekt selbst stärker raumbildend wirken könnte.

Reflexion – Was nehme ich mit?

Das Leporello sensibilisiert für übersehene Orte, räumliche Beziehungen und die eigene körperliche Position. Es eröffnet ästhetische Erfahrungen, ohne ein bestimmtes Ergebnis vorzugeben, und macht erfahrbar, wie bereits minimale Handlungen vertraute Ordnungen, Atmosphären oder Bedeutungen verschieben können. Eine zentrale Erkenntnis der Entwicklung besteht darin, dass die mediale Form eines Scores seine Wahrnehmung und Ausführung wesentlich mitbestimmt. Die Faltung strukturiert Sichtbarkeit, Auswahl, Bewegung und räumliche Beziehungen.

Kontaktinformationen

nina.lubonski@stud.uni-due.de 

lubonskin@gmail.com

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