Mit Hilfe von sogenannten SCAPS, eine Wortzusammensetzung aus Score und Map, ermöglicht dieses Vermittlungskonzept, Kunstwerke mittels eines Weg- und Blickweisers neu erfahrbar zu machen. Dieses Konzept wurde im Rahmen der Ausstellung „Germaine Krull: Chien Fou“ erprobt.

Kontext

Scores können ortsgebunden, zeitgebunden oder auch kontextgebunden sein. Jedoch müssen sie dies nicht. Scores sind in der Lage diese Dimensionen zu durchbrechen und uns zu treffen. Dies und vieles mehr wurde in dem Seminar „Von Manifesten, Scores und Widerständen — Künstlerisch Forschen und Vermitteln“bei Silke Wittig behandelt. Aufbauend auf den vielen Scores, welche wir Teilnehmer:innen des Seminars zusammen für die Ausstellung zu Germain Krull im Museum Folkwang erarbeiteten, entwickelte ich dieses Vermittlungskonzept und erprobte es in eben diesem musealen Kontext. Zunächst besuchte ich die Ausstellung erneut alleine und wählte einen Raum, welcher als Grundlage der Vermittlung dienen sollte.

Konzept

Anders als die meisten Scores der Seminarteilnehmer:innen, konzentrierte ich mich auf den mittleren Bereich der Ausstellung. Dabei ließ ich Inhalte und Thematiken, die in diesem Bereich behandelt wurden, einfließen. Die Zielgruppen für meine Idee wollte ich möglichst weit fassen. Daher erstellte ich die „Scaps“ (Score Maps) so, dass sie für alle Altersgruppen geeignet sind. Die „Scaps“ sollten die Besucher:innen dazu anregen, auf ungewöhnliche und teilweise auch verwirrende Art und Weise mit den Werken zu interagieren. Sie sind dazu gedacht zu irritieren, sollen dabei aber auch jüngeren Besucher:innen die Möglichkeit bieten, Spaß zu haben. Die „Scaps“ weisen einen Weg an, welcher meist nicht dem vorgesehenen Ablauf der Ausstellung folgt. Hinzu kommen an gezielt gesetzten Punkten Anweisungen, welche für weitere Irritationen sorgen. Als Alternative zu diesen physisch anspruchsvollen Wegweisern befindet sich auf der Rückseite eine Blickkarte. Diese kann an jedem beliebigen Werk angewendet werden und soll neue Perspektiven eröffnen. 

Vermittlung

Die Vermittlung fand an einem Wochenende gegen Ende der Ausstellungszeit statt. Die Besucher:innenzahl war somit überschaubar, es waren hauptsächlich ältere Besucher*innen vor Ort, um an der Vermittlung teilzunehmen. Insgesamt haben ca. 7 Personen das Konzept erprob, zeigten sich aber kritisch. Einer der Kritikpunkte war die undeutliche Ausarbeitung der Karten. Der größte Kritikpunkt war jedoch, dass viele der Besucher:innen ihren eigenen Weg durch die Ausstellung präferierten und sich nicht auf das Experiment einlassen wollte.  Sie sahen wie sie sagten „keinen Mehrwert“ darin den „Scaps“ zu folgen, wenn sie noch keine Gelegenheit hatten ihren eigenen Blick auf die Werke zu werfen.