Dieses FLUX-KIT mit dem Namen „Klangkarussell“ entstand im Rahmen des Seminars „Kunstvermittlung und Kunstunterricht von Scores aus denken“. Hier sollten wir mittels einer Studienleistung eine Score Sammlung mit einem selbstgewählten Schwerpunkt entwickeln. Ausgangspunkt meines FLUX-KITs war die Frage, wie sich Scores als offene Handlungsanweisungen nutzen lassen, um Kunst und Musik im schulischen Kontext miteinander zu verbinden. Inspiriert von der Fluxus-Bewegung und insbesondere von John Cage soll das entwickelte Konzept klare Vorgaben und Partituren mit Freiräumen für individuelle Interpretation verbinden.
„Klangkarussell“ enthält unterschiedliche Scores, die zum Hören, Experimentieren, Komponieren, Zeichnen, Bewegen und gemeinsamen Performen auffordern. So sollen beispielsweise Klänge der Umgebung eingefangen und in ein Klangstück übersetzt werden, Gegenstände zu Musikinstrumenten umfunktioniert oder Klänge zeichnerisch dargestellt werden. Hierbei sollen die Sinne der Ausführenden besonders gefordert werden. Die Scores können allein oder in Gruppen, innerhalb einer Unterrichtsstunde oder über einen längeren Zeitraum bearbeitet und an unterschiedliche Altersgruppen und Voraussetzungen angepasst werden. Somit soll Das FLUX-KIT einen groben Rahmen vorgeben, welcher durchaus durch Lehrer innen und auch Schülerinnen erweitert werden kann. Erprobt wurden einzelne ausgewählte Scores mit Erwachsenen ohne besonderen Kunstbezug. Hierbei zeigte sich, dass die Offenheit der Aufgaben für die Teilnehmenden zunächst ungewohnt war. Es wurde wiederholt gefragt, ob die Aufgaben „richtig“ gelöst wurden. Bei besonders performativen Anweisungen wurde zunehmend gezögert, im Verlauf der Erprobung wurden die Teilnehmenden jedoch experimentierfreudiger und freier in ihren Umsetzungen. Der anschließende Austausch über die unterschiedlichen Ergebnisse erwies sich als besonders spannend: Die Erkenntnis, dass es keine einzelne richtige Lösung gab, führte zu Interesse an den Interpretationen der anderen.
Die Erstellung und Erprobung des FLUX-KITs zeigt, welche multimedialen Konzepte im Kunstunterricht genutzt werden können. Die Auffassung, Aufgaben nur auf eine bestimmte Weise lösen zu können, findet sich nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen wieder. Wenn wir es als Pädagog*innen schaffen, Räume zu kreieren, in denen die individuelle Bearbeitung nicht falsch sein kann, wird ein Austausch umso spannender und lässt keinen Teilnehmenden durch ein „schlechtes Ergebnis“ zurück. Gerade die Offenheit der Scores kann dazu beitragen, Leistungsdruck zu reduzieren und Austausch, Experimentierfreude sowie gemeinsames künstlerisches und musikalisches Handeln zu fördern. Das „Klangkarussell“ versteht sich deshalb als flexibel erweiterbares Konzept, das Raum für individuelle und gemeinsame Klang-, Bild- und Performanceerfahrungen eröffnet.