Diese Vermittlungsarbeit, die im Rahmen der Ausstellung „Germaine Krull: Chien Fou“ im Museum Folkwang, macht kurze, in einem Umschlag verteilte Scores zu direkten Ansprache-Impulsen, die dazu beitragen, Besucher:innen aus dem Eingangsbereich heraus in ein aktives Gespräch über die Ausstellung zu verwickeln.
Im Rahmen der Ausstellung „Germain Krull: Chien Fou“ im MuseumFolkwang habe ich verschiedene Vermittlungsansätze ausprobieren können, in denen Scores eine zentrale Rolle gespielt haben.
Die Scores, entwickelten wir gemeinsam in dem kunstpädagogischen Seminar „Von Manifesten, Scores undWiderständen — Künstlerisch Forschen und Vermitteln“ unter der Leitung von Silke Wittig.
Während ich es in einer Vermittlungssituation bewusst vermieden hatte, Besucher:innen direkt anzusprechen und stattdessen still und kommentarlos einen Zettel mit einem Score neben einer Arbeit von Germain Krull stehend hochhielt,entschied ich mich in einer anderen Situation bewusst dafür, auf Besucher*innen zuzugehen und diese direkt anzusprechen: Ich hatte einen Umschlag mit kleinen ausgedruckten Scores dabei. Darunter waren folgende Impulse: „Finde das glücklichste Werk.“, „Finde das traurigste Werk.“, „Positioniere dich.“ und „Stelle die Pose einer abgebildeten Person nach.“
Gemeinsam mit einer Kommilitonin stellte ich mich in den Eingangsbereich der Ausstellung. Dort sprachen wir dieBesucher:innen direkt an. Wir gaben ihnen die Möglichkeit, sich einen kleinen Score aus dem Umschlag zu nehmen.
Einige der Besucher:innen waren offen dafür, sich einen Score aus dem Umschlag zu nehmen und ihn auszuprobieren, andere eher irritiert und abgeneigt. Es kamen Nachfragen, wer wir sind und was wir in der Ausstellung genau machen. Es entstanden Gespräche über die Ausstellung und die Scores.